Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu, die «sanfte Technik», hat seinen Ursprung vermutlich in China, wurde jedoch von den Japanern weiterentwickelt und als Vorläufer des Judo bekannt gemacht. Um 1900 gelangte Jiu-Jitsu durch Matrosen nach Europa. Dort wurden die ursprünglichen Griffe und Schläge mit Elementen aus Ringen und Boxen vermischt und zunehmend als praxisnahe Selbstverteidigung gelehrt. Auf dieser Grundlage entstand ein europäisch geprägtes Jiu-Jitsu, dessen Techniken aus Judo, Karate und Aikidō weiterentwickelt, spezialisiert und kombiniert wurden.

Aus dieser Entwicklung ging das moderne Jiu-Jitsu hervor. Es ist ein offenes Selbstverteidigungssystem, das Kampfkunst und Wettkampfsport vereint und auf dem Prinzip der Flexibilität basiert. Angriffe werden durch Ausweichen, Nachgeben oder Umlenken der gegnerischen Kraft abgewehrt; bei Bedarf kommen auch direkte Atemi-Techniken wie Schläge und Tritte zum Einsatz. Ziel ist eine effektive, situationsangepasste Selbstverteidigung, die für Menschen aller Alters- und Grössengruppen geeignet ist.

Jiu-Jitsu vereint Techniken aus Aikidō, Judo und Karate und umfasst unter anderem Fall- und Abwehrtechniken, Bodenkampf, Würfe, Hebel, Würge- und Sicherungstechniken, Waffenabwehr sowie Nothilfe. Geübt wird auch in freien Trainingsformen wie dem Randori, um realitätsnahe Situationen zu simulieren. Der Lernfortschritt wird über ein Graduierungssystem mit Schüler- (Kyū) und Meistergraden (Dan) abgebildet, wobei Kinder ein eigenes altersgerechtes System haben.

Judo

Judo ist eine Kampfsportart japanischen Ursprungs. Der Name setzt sich aus «Ju» für «sanft» und «» für «der Weg» zusammen und beschreibt das zentrale Prinzip des Judo: Durch Nachgeben, effizienten Krafteinsatz und kontrollierte Techniken soll der Erfolg erreicht werden, ohne den Gegner zu verletzen oder zu demütigen.

Entwickelt wurde Judo von Dr. Jigoro Kano, der das traditionelle Jiu-Jitsu weiterentwickelte und gefährliche Techniken entfernte, um daraus eine sichere Sportart zu formen. Ziel war es, nicht nur körperliche Fähigkeiten, sondern auch Geist und Charakter zu schulen. 1882 gründete Kano in Tokio die erste Judo-Schule, den Kodokan. Ein früher Wettkampferfolg seiner Schüler führte dazu, dass Judo in das Ausbildungsprogramm der japanischen Polizei aufgenommen wurde.

Aufgrund seines geringen Verletzungsrisikos entwickelte sich Judo zur einzigen olympischen Kampfsportart. Nach einem ersten Auftritt als Demonstrationssport 1964 in Tokio ist Judo seit 1972 fester Bestandteil der Olympischen Spiele. Bereits 1956 wurden die ersten Judo-Weltmeisterschaften ausgetragen. Heute ist Judo weltweit verbreitet und sowohl als Wettkampfsport als auch als ganzheitliche Kampfkunst anerkannt.